Themen:

Demut - ER statt ich

1. Was ist Demut und wie bin ich demütig?
2. Ist Demut etwas, was ich aktiv tue oder werde ich gedemütigt?
3. Gibt es eine falsche Demut?

 

1. Was ist Demut und wie bin ich demütig?

Nochmals, was ist Demut? Ist es, sich erniedrigt zu fühlen oder durch Umstände gebeutelt zu sein?

Wir wollen uns mal eine Tabelle anschauen, die Aussagen der Bibel enthält zu Demut und dem Gegenteil (?) davon.

Wir werden dann schon ein Stückweit verstehen, worum es geht.

Demut (?)
Grundlage von Reichtum, Ehre und Leben   Eigennutz
mit Demut dient man dem Herrn   eitle Ruhmsucht
dem Demütigen gibt Er größere Gnade = unverdiente Gunst   seinen eigenen Willen tun
der Demütige wir erhöht zur rechten Zeit   aufgeblasen von der Gesinnung seines Fleisches
Gott kümmert sich um den Demütigen   widersteht Gott
= würdig wandeln der Berufung   erniedrigt sein
der Demütige unterwirft sich Gott   von der Welt sein
der Demütige widersteht dem Teufel   die Liebe des Vaters ist nicht in ihm
der Demütige hat mehr Freude    
der Demütige geht mit seinem Gott    
der Demütige sucht die Ehre Gottes    
der Demütige ist wahrhaftig    
Demut ist Ruhe für die Seele    
in dem Demütigen ist keine Ungerechtigkeit    
der Demütige ist vor dem Herrn    

Welches Wort würdest du benutzen, um die andere Seite zusammenzufassen und zu benennen?

Meiner Ansicht nach wären Selbstsucht oder Stolz gute Begriffe.

Es geht also gar nicht darum, von Tragödien des Lebens zermartert zu werden (auch wenn diese oft eine Art demütige Haltung in uns hervorrufen). Auch hat Demut nichts damit zu tun, sich schlecht oder erniedrigt zu fühlen.

Gott hat kein Interesse daran, uns leiden zu sehen. Durch Jesus hat er uns hoch erhöht und uns alles geschenkt.

Solange wir noch solche falschen Bilder von IHM hegen und pflegen, kann er nicht unser Ein und Alles sein.

Ohne Glauben aber ist es unmöglich, <ihm> wohlzugefallen; denn wer Gott naht, muß glauben, daß er ist und denen, die ihn suchen, ein Belohner sein wird.
(Hebr 11, 6)

Zu glauben, dass "ER ist" bedeutet, dass wir glauben, dass Er tatsächlich so gut ist und uns über alles liebt.

Demut ist, IHN suchen, IHN kennen ...

Demut bedeutet, wegzugehen von einem ich-bezogenen Leben, hin zu dem Leben, bei dem Jesus die zentrale Rolle spielt.

 

2. Ist Demut etwas, was ich aktiv tue oder werde ich gedemütigt

Im alten Bund gab es tatsächlich die Demütigung durch Umstände oder durch Gott.

Und ich rief dort, am Fluß Ahawa, ein Fasten aus, damit wir uns vor unserem Gott demütigten, um von ihm einen geebneten Weg zu erbitten für uns und für unsere Kinder und für alle unsere Habe.
(Esra 8, 21)

Ich habe erkannt, HERR, daß deine Gerichte Gerechtigkeit sind und daß du mich in Treue gedemütigt hast.
(Ps 119, 75)

Im neuen Bund stellen wir zunächst einmal fest, dass wir uns selbst demütigen.

Kol 3, 12   zieht nun an ... Demut
1. Petr 5, 5-6   umkleidet euch mit Demut. Demütigt euch....
Jak 4, 10-11   Demütigt euch... 

Wie demütige ich mich?

Ändere deine Sichtweise in Bezug auf die Frage, was Demut ist und plane demütig zu handeln (aktiv).

5 Ebenso ihr Jüngeren, ordnet euch den Ältesten unter! Alle aber umkleidet euch mit Demut <im Umgang> miteinander! Denn "Gott widersteht den Hochmütigen, den Demütigen aber gibt er Gnade".
6 Demut vor Gott und Standhaftigkeit gegenüber dem Teufel. Demütigt euch nun unter die mächtige Hand Gottes, damit er euch erhöhe zur <rechten> Zeit

(1. Petr 5, 5-6)

Lasse Gott die Position, die Ihm gebührt. Gehe unter Seine Obhut, Aufsicht und Führung. Demut ist die Vorraussetzung für Ehre. Ehre nicht von Menschen, sondern von Gott. Die Art von Ehre, die wirklich zählt.

Die Furcht des HERRN ist Zucht zur Weisheit, und der Ehre geht Demut voran.
(Spr 15, 33)

Vor dem Sturz will das Herz des Mannes hoch hinaus, aber der Ehre geht Demut voraus.
(Spr 18, 12)

Die Folge der Demut <und> der Furcht des HERRN ist Reichtum und Ehre und Leben
(Spr 22, 4)

Unser Beispiel ist Jesus:

Nehmt auf euch mein Joch, und lernt von mir! Denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig, und "ihr werdet Ruhe finden für eure Seelen"
(Mt 11, 29)


Sei aktiv - aktive Demut bedeutet:

a) widerstehe dem Teufel

6 Er gibt aber <desto> größere Gnade. Deshalb spricht er: "Gott widersteht den Hochmütigen, den Demütigen aber gibt er Gnade."
7 Unterwerft euch nun Gott! Widersteht aber dem Teufel! Und er wird von euch fliehen.

(Jak 4, 6-7)


b) sei nicht beherrscht durch deine Fleisch

Um den Kampfpreis soll euch niemand bringen, der seinen eigenen Willen tut in <scheinbarer> Demut und Anbetung der Engel, der auf das eingeht, was er <in Visionen> gesehen hat, grundlos aufgeblasen von der Gesinnung seines Fleisches,
(Kol 2, 18)

15 Liebt nicht die Welt noch was in der Welt ist! Wenn jemand die Welt liebt, ist die Liebe des Vaters nicht in ihm;
16 denn alles, was in der Welt ist, die Begierde des Fleisches und die Begierde der Augen und der Hochmut des Lebens, ist nicht vom Vater, sondern ist von der Welt.

(1. Joh 2, 15-16)


c) Demut im Dienst

Unsere Demut ist vor dem Herrn

und dem Herrn diente mit aller Demut und unter Tränen und Versuchungen, die mir durch die Nachstellungen der Juden widerfuhren;
(Apg 20, 19)

Demut vor Gott und Standhaftigkeit gegenüber dem Teufel. Demütigt euch nun unter die mächtige Hand Gottes, damit er euch erhöhe zur <rechten> Zeit
(1. Petr 5, 6)


d) Sprache

10 Demütigt euch vor dem Herrn! Und er wird euch erhöhen.
11 Redet nicht schlecht übereinander, Brüder! Wer über einen Bruder schlecht redet oder seinen Bruder richtet, redet schlecht über das Gesetz und richtet das Gesetz. Wenn du aber das Gesetz richtest, so bist du nicht ein Täter des Gesetzes, sondern ein Richter.

(Jak 4, 10-11)

Wer aus sich selbst redet, sucht seine eigene Ehre; wer aber die Ehre dessen sucht, der ihn gesandt hat, der ist wahrhaftig, und Ungerechtigkeit ist nicht in ihm.
(Joh 7, 18)

Denn rede ich jetzt Menschen zuliebe oder Gott? Oder suche ich Menschen zu gefallen? Wenn ich noch Menschen gefiele, so wäre ich Christi Knecht nicht.
(Gal 1, 10)


e) im Umgang miteinander

Ebenso ihr Jüngeren, ordnet euch den Ältesten unter! Alle aber umkleidet euch mit Demut <im Umgang> miteinander! Denn "Gott widersteht den Hochmütigen, den Demütigen aber gibt er Gnade".
(1. Petr 5, 5)

1 Ich ermahne euch nun, ich, der Gefangene im Herrn: Wandelt würdig der Berufung, mit der ihr berufen worden seid,
2 mit aller Demut und Sanftmut, mit Langmut, einander in Liebe ertragend!

(Eph 4, 1-2)

Und niemand nimmt sich selbst die Ehre, sondern er wird von Gott berufen wie auch Aaron.
(Hebr 5, 4)

11 Der Größte aber unter euch soll euer Diener sein.
12 Wer sich aber selbst erhöhen wird, wird erniedrigt werden; und wer sich selbst erniedrigen wird, wird erhöht werden.

(Mt 23, 11-12)

3 nichts aus Eigennutz oder eitler Ruhmsucht <tut>, sondern daß in der Demut einer den anderen höher achtet als sich selbst;
4 ein jeder sehe nicht auf das Seine, sondern ein jeder auch auf das der anderen!
5 Habt diese Gesinnung in euch, die auch in Christus Jesus <war>,
6 der in Gestalt Gottes war und es nicht für einen Raub hielt, Gott gleich zu sein.
7 Aber er machte sich selbst zu nichts und nahm Knechtsgestalt an, indem er den Menschen gleich geworden ist, und der Gestalt nach wie ein Mensch befunden,
8 erniedrigte er sich selbst und wurde gehorsam bis zum Tod, ja, zum Tod am Kreuz.
9 Darum hat Gott ihn auch hoch erhoben und ihm den Namen verliehen, der über jeden Namen ist,
10 damit in dem Namen Jesu jedes Knie sich beuge, der Himmlischen und Irdischen und Unterirdischen,
11 und jede Zunge bekenne, daß Jesus Christus Herr ist, zur Ehre Gottes, des Vaters
(Phil 2, 3 -11)

 

3. Gibt es eine falsche Demut

Falsche Demut ist es, sich minderwertig zu fühlen.

Ja, wir müssen die Größe und Liebe unseres Herrn erkennen und sehen, dass wir nicht würdig sind, seine Sandalen zu lösen.

Demut bedeutet, auf Gottes Fähigkeit zu schauen und nicht auf unsere eigene Unfähigkeit.

Andrew Murray sagte dazu treffend:

"Es ist nicht Sünde, die am meisten demütigt, sondern Gnade."

Paulus gibt uns ein gutes Vorbild:

Sein Dienst und seine Frucht nahmen zu, und auch seine Beziehung zu Gott wurde immer intensiver. Er wusste jedoch ganz genau, dass es nicht sein Verdienst war, sondern allein die Größe Gottes.

Mit dem Fortschreiten seines Dienstes nahm Paulus immer mehr ab und Jesus zu.

Paulus, der geringste der Apostel.

Denn ich bin der geringste der Apostel, der ich nicht würdig bin, ein Apostel genannt zu werden, weil ich die Gemeinde Gottes verfolgt habe.
(1. Kor 15, 9)

Paulus, der allergeringste von allen Heiligen.

7 dessen Diener ich geworden bin nach der Gabe der Gnade Gottes, die mir nach der Wirksamkeit seiner Kraft gegeben ist.
8 Mir, dem allergeringsten von allen Heiligen, ist diese Gnade gegeben worden, den Nationen den unausforschlichen Reichtum des Christus zu verkündigen
(Eph 3, 7-8)

Paulus, der erste unter den Sündern.

Das Wort ist gewiß und aller Annahme wert, daß Christus Jesus in die Welt gekommen ist, Sünder zu erretten, von welchen ich der erste bin.
(1. Tim 1, 15)

Demut lohnt sich. Jesus die erste Stelle zu geben und nicht der eigenen Selbstsucht zu dienen. Dies bedeutet nicht, ein trauriges Leben zu führen, ganz im Gegenteil:

Und die Demütigen werden mehr Freude im HERRN haben, und die Armen unter den Menschen werden jubeln über den Heiligen Israels.
(Jes 29, 19)

Gott ist gut!

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Demut  - von Kathryn Kuhlman