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Missionsbericht NigeriaDonnerstagabend angekommen, begrüßte mich Pastor Sunday Oyedotun und zwei seiner Mitarbeiter herzlich am Flughafen. Wir verbrachten eine Nacht in Lagos und reisten erst am folgenden Tag in das Landesinnere zu unserem Ziel, der Stadt Akure.
"Nachts fährt man nicht" da die Strecke nicht besonders sicher ist. Diebe und sehr schlechte Straßen motivieren zu der Fahrt bei Tage. Der Zustand des Landes ist schlimm, die Menschen sind sehr arm, das durchschnittliche Jahreseinkommen beträgt ca. 300 Euro, d. h., die meisten müssen mit 15-30 Euro im Monat auskommen. Die medizinische Versorgung ist schlecht und sowieso nur für Reichere zu bezahlen. Auf den Straßen sieht man allerlei Kranke, Krüppel... Die Häuser sind meist Bretterbuden, die Autos (sind Luxus) und
in schlechtem Zustand (kaum eines würde einen deutschen TÜV
überleben), Müll liegt überall. Es ist schwer, diesem
Anblick etwas Schönes abzuverlangen. Die Polizei wird nicht sehr geachtet, ist sie doch zu großen Teilen korrupt. Viele wollen weg und sind sehr auf Geld fixiert (das ist verständlich, sie haben ja auch keines). Der Schatz Nigerias sind seine Menschen. In Akure angekommen, war in der dortigen Gemeinde "Christ Ministry of Grace Int." ein fantastischer Empfang vorbereitet. Mit Trommeln und Gesang wurde ich willkommen geheißen.
Die Christen sind sehr offen und hungrig, bereit das Werk Gottes zu tun. Trotz einiger fragwürdiger Dinge, die ich beobachtet habe, muss man anerkennen, dass in Nigeria die meisten Menschen errettet sind. Ganz im Gegensatz zu Deutschland. Ja, nun kann man über die Afrikaner sprechen "die glauben ja fast alles und sind sehr emotional". Ich will dazu etwas sagen. Ja, sie glauben schnell und sind emotional, aber
Und wir? Gib dir selbst die Antwort.
Die Menschen sind sehr zuvorkommend. Ein spezieller Schatz sind die Frauen in der Gemeinde, sie tun ein großes Werk, arbeiten und beten viel. Ich nenne sie Säulen.
Gemeinden finden sich fast in jeder Straße, die Menschen sind nicht mobil und daher auf eine nahe Gemeinde angewiesen. In Nigeria kennt man vor allem den Pastor und den Evangelisten. Seit
es auch dort externe Prediger gab, die über die neue Bewegung der
Apostel und Propheten gesprochen haben, nennen sich auch einige Apostel
oder Prophet. Jeder Diener Gottes muss auch Gemeindepastor sein, um ein finanzielles Backup zu haben. Dies ist natürlich fatal, da nicht jeder von Gott zum Pastor berufen ist. Also ist es eine schlechte Lösung, eine Gemeinde zu gründen, ist man doch eigentlich zum Evangelisten berufen. Zwei Lösungen gibt es:
Alle Meetings wurden jeweils von 300-600 Menschen besucht. Da die Bekehrungsaufrufe eindeutig waren und auch keine kostenlosen Bücher verteilt wurden, glaube ich, dass es sich bei den ca. 50 Personen, die ihr Leben Jesus gegeben haben um "tatsächliche Bekehrungen" handelt. In Akure, wo die meisten Menschen bekehrt sind, freue ich mich mit dem Himmel für jeden einzelnen.
In den Norden des Landes geht leider kaum jemand, da der Widerstand dort sehr groß ist, und in die Dörfer - wo noch Unerrettete sind - auch nicht, da man sich das nicht leisten kann. Verstehe das richtig! Ich will hier keine Kritik üben an Männern Gottes. Jeder, der etwas in diesem Land tut, ist ein Segen. Wenn ich jedoch in einer christlichen Stadt, bei aufeinander folgenden großen Meetings immer wieder 50 % Bekehrungen habe, ist da sicher etwas nicht ganz wahr.
Die Menschen dort sind hungrig, heben die Hand, um gesegnet zu werden oder weil man weiß, dass man ein Buch erhält. Ich kann dort niemandem einen Vorwurf machen (ich kenne die Relation zwischen den Kosten eines Buches und dem Einkommen). Ganz im Gegenteil, wir können uns von einigen Dingen eine dicke Scheibe abschneiden.
Ich will transparent sein und ehrlich. Vielleicht ist das dann nicht so "cool" und der Eine oder Andere gibt nicht für die nächste Reise. Mir ist jedoch wichtig, vor Gott stehen zu können. Einen besonderen Schwerpunkt legte Gott auf die Geistestaufe. Mehrere hundert Menschen wurden erfüllt mit dem Heiligen Geist. Wieviele wurden tatsachlich zum ersten Mal erfüllt? Das kann ich nicht sagen. Vielen war der Zusammenhang von Geistestaufe und Sprachenrede nicht klar. Es war nicht bekannt, dass man in Sprachen sprechen kann und soll und dieses Geschenk Gottes im täglichen Leben braucht.
Die meisten begannen in neuen Sprachen zu sprechen und benutzen dieses Gebet hoffentlich weiter. Jesus ist der Heiler! Ich hatte das Vergnügen, für einige hundert kranke Menschen zu beten. Meistens erst am letzten Tag einer Konferenz, denn der Glaube der Menschen sollte aufgebaut werden. Daher gelang es nicht immer, alle Zeugnisse sofort einzuholen.
Ich gebe zu, es freut mich, Menschen geheilt zu sehen. Auch wenn ich darin keinen Grund mehr zum Angeben sehe und gelernt habe, mir keine Ehre mehr zu nehmen. Jesus lebt! Nochmals für die, die es noch nicht wissen: Jesus lebt! Ihm allein gebührt die Ehre, hier einige Zeugnisse:
... to be continued Ich plane, in ca. zwei Jahren erneut nach Nigeria zu fliegen. Unter anderem habe ich bereits einen Gottesdienst in einem Lepra-Camp festgemacht. Die Menschen dort sind von ihren Familien verstoßen und leben unter schwersten Bedingungen. Der Besuch dort war jedoch eines der eindrucksvollsten Erlebnisse meiner Reise. Als wir dort ankamen, wurden wir von dem Ältesten des Camps begrüßt. Er hatte keine Finger mehr und auch kein Augenlicht. Noch bevor wir uns vorstellen konnten, sagte er "lasst uns ein Lied zur Ehre Gottes singen und Ihm klatschen".
Wir sangen und klatschten (man kann auch ohne Finger klatschen) und anschließend sprach er zu uns über die Größe Gottes. "Gott ist gut, allezeit!" sagte er, "Gott ist so gut zu uns und beschenkt uns". Es ist ein Vorrecht, diesen Mann zu kennen. Gott ist wirklich gut - allezeit! Lepra ist keine Sache für das Blut Jesu. Wir ließen Geld, Kleidung und Bibeln da. Bei dem nächsten
Besuch werden wir das Wort austeilen und für die Kranken beten.
Also betet weiter mit uns.
Nochmals ein fettes "DANKE" für alle, die mit uns gebetet haben. Was kann alles geschehen, wenn noch mehr Gebete und Unterstützung unsere nächste Reise in 2005 begleiten. Gott ist gut - allezeit!
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