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Vergebung II - Schaffe einen Paulus!

Können wir durch unser Verhalten die Zukunft eines Menschen bestimmen? Gemeint ist nicht aus unserer Fähigkeit heraus, aber können wir so Jesus leben, dass dies Raum schafft für einen Menschen, IHN kennen zu lernen?

Wir treffen oft auf Gelegenheiten, uns in Vergebung zu üben. Darüber hinaus können wir lernen, in unmögliche Situationen hinein zu sprechen und diese mit Glauben an Gott zu verändern und Seine Liebe und Kraft auszuschütten auf Menschen, die nicht liebenswert sind, ja sogar auf Feinde und Hasser des Evangeliums.

Unsere Reise beginnt bei Stephanus und wir wollen sehen, wie seine praktizierte Vergebung Raum geschaffen hat, damit ein herzensharter Verfolger der Gemeinde Gott begegnen konnte.

Wie war dieser Stephanus beschaffen - wie lebte er Christus?

Er wurde eingesetzt zu dem was wir Diakonendienst nennen. Er war also weder Apostel noch Leiter der Gemeinde, sondern wurde als Diakon bestimmt, um für diese Dienste Zeit im Wort und im Gebet freizusetzen.

Schon für diese Aufgabe war die Voraussetzung, "von <gutem> Zeugnis, voll Geist und Weisheit" zu sein. Das bestätigt die Reife des Gläubigen. Das Bild welches Gott im Sinn hat, sind einfache Gläubige, die den Geist haben, beurteilen können und in der Kraft leben.

Denn diese sind es, die mit mehr Menschen in Berührung kommen, um diese zu erreichen, als jeder Leiter es leisten könnte. Deswegen ist Gottes Kraft und Versorgung da für dich und auch du sollst für Menschen beten und erleben, wie Gott sie bewegt, sie heilt und freisetzt…

Die Bibel ist eindeutig mit der Aussage, dass es zu unserem Werk als Kinder Gottes gehört, das Evangelium der ganzen Schöpfung zu predigen (für dich sind dies zunächst deine Kontakte und dein Umfeld), in Seinem Namen Dämonen auszutreiben; in neuen Sprachen zu reden, Schlangen aufzuheben und wenn wir etwas Tödliches trinken - es uns nicht schadet, Schwachen die Hände aufzulegen, und sie werden sich wohl befinden!

1 In diesen Tagen aber, als die Jünger sich mehrten, entstand ein Murren der Hellenisten gegen die Hebräer, weil ihre Witwen bei der täglichen Bedienung übersehen wurden.
2 Die Zwölf aber riefen die Menge der Jünger herbei und sprachen: Es ist nicht gut, daß wir das Wort Gottes vernachlässigen und die Tische bedienen.
3 So seht euch nun um, Brüder, nach sieben Männern unter euch, von <gutem> Zeugnis, voll Geist und Weisheit, die wir über diese Aufgabe setzen wollen!
4 Wir aber werden im Gebet und im Dienst des Wortes verharren.
5 Und die Rede gefiel der ganzen Menge; und sie erwählten Stephanus, einen Mann voll Glaubens und Heiligen Geistes, und Philippus und Prochorus und Nikanor und Timon und Parmenas und Nikolaus, einen Proselyten aus Antiochia.

(Apg 6,1-5)

Wir wünschen uns Leiterschaft, die ein gutes Zeugnis hat, voll Geist und Weisheit und voll Glauben. Hier war ein Mitarbeiter mit diesen Eigenschaften und auch für jeden von uns ist dies die Bestimmung - voll zu sein mit IHM.

Stephanus aber, voller Gnade und Kraft, tat Wunder und große Zeichen unter dem Volk.
(Apg 6,8)

Wie kam es dazu, dass hier ein einfacher Mitarbeiter eine solche Beschreibung erhält. Stephanus pflegte eine Beziehung zu seinem Gott und war IHM verantwortlich. Er verstand, dass Gott ihn über alles liebte, von ihm Treue erwartete und ihn mit allem (Kraft und Gnade) versorgte. Diese Beschreibung war Ausdruck seiner Liebesbeziehung zu Jesus.

9 Es standen aber einige aus der sogenannten Synagoge der Libertiner und der Kyrenäer und der Alexandriner auf und derer von Zilizien und Asien und stritten mit Stephanus.
10 Und sie konnten der Weisheit und dem Geist nicht widerstehen, womit er redete.
11 Da schoben sie heimlich Männer vor, die sagten: Wir haben ihn Lästerworte reden hören gegen Mose und Gott.
12 Und sie erregten das Volk und die Ältesten und die Schriftgelehrten; und sie fielen über ihn her und rissen ihn mit sich fort und führten ihn vor den Hohen Rat.
13 Und sie stellten falsche Zeugen auf, die sagten: Dieser Mensch hört nicht auf, Worte zu reden gegen die heilige Stätte und das Gesetz;
14 denn wir haben ihn sagen hören: Dieser Jesus, der Nazoräer, wird diese Stätte zerstören und die Gebräuche verändern, die uns Mose überliefert hat. 15 Und alle, die im Hohen Rat saßen, schauten gespannt auf ihn und sahen sein Angesicht wie eines Engels Angesicht.

(Apg 6,9-15)

Natürlich kannte Stephanus Gott, aber ich möchte, dass du verstehst, dass da kein Unterschied sein soll und ist zwischen einem Stephanus und dir.

Ich weiß nicht genau, wie viele Predigten ich gehört habe zur Steinigung des Stephanus, es waren einige und immer wurde darüber gesprochen wie Gottes Herrlichkeit inmitten der Steinigung kam - so hatte ich es auch immer gelesen. Umso mehr war ich überrascht, als Gott beim erneuten Lesen zeigte, dass dies gar nicht so stattfand.

Der Zeitpunkt, an dem er die Herrlichkeit Gottes und Jesus zur Rechten Gottes stehen sah, war im Anschluss an seine Rede vor seinen Anklägern und der Kern seiner Rede bestand darin, zu betonen

Jesus ist Herr und euer religiöses System ist tot - jetzt lebt Gott in seinen Kindern.

Sie hatten den Gerechten getötet. Sie waren außer sich. Gott bestätigte die Worte des Stephanus und als er mitteilte was er sah "Siehe, ich sehe die Himmel geöffnet und den Sohn des Menschen zur Rechten Gottes stehen!" war es klar und eindeutig:

Gott in Person bestätigt vor euch die Wahrheit "JESUS".

48 Aber der Höchste wohnt nicht in Wohnungen, die mit Händen gemacht sind, wie der Prophet spricht:
49 "Der Himmel ist mein Thron und die Erde der Schemel meiner Füße. Was für ein Haus wollt ihr mir bauen, spricht der Herr, oder welches ist der Ort meiner Ruhe?
50 Hat nicht meine Hand dies alles gemacht?"
51 Ihr Halsstarrigen und Unbeschnittenen an Herz und Ohren! Ihr widerstrebt allezeit dem Heiligen Geist; wie eure Väter, so auch ihr.
52 Welchen der Propheten haben eure Väter nicht verfolgt? Und sie haben die getötet, welche die Ankunft des Gerechten vorher verkündigten, dessen Verräter und Mörder ihr jetzt geworden seid,
53 die ihr das Gesetz durch Anordnung von Engeln empfangen und nicht befolgt habt.
54 Als sie aber dies hörten, wurden ihre Herzen durchbohrt, und sie knirschten mit den Zähnen gegen ihn.
55 Da er aber voll Heiligen Geistes war und fest zum Himmel schaute, sah er die Herrlichkeit Gottes und Jesus zur Rechten Gottes stehen;
56 und er sprach: Siehe, ich sehe die Himmel geöffnet und den Sohn des Menschen zur Rechten Gottes stehen!

(Apg 7,48-56)

Erst im Anschluss trieben sie ihn aus der Stadt, um ihn zu steinigen.

57 Sie schrien aber mit lauter Stimme, hielten ihre Ohren zu und stürzten einmütig auf ihn los.
58 Und als sie ihn aus der Stadt hinausgestoßen hatten, steinigten sie ihn. Und die Zeugen legten ihre Kleider ab zu den Füßen eines jungen Mannes mit Namen Saulus.
59 Und sie steinigten den Stephanus, der betete und sprach: Herr Jesus, nimm meinen Geist auf!
60 Und niederkniend rief er mit lauter Stimme: Herr, rechne ihnen diese Sünde nicht zu! Und als er dies gesagt hatte, entschlief er.
Kapitel 8,
1 Saulus aber willigte in seine Tötung mit ein.

(Apg 7,57-8,1)

An jenem Tag entstand aber eine große Verfolgung gegen die Gemeinde in Jerusalem; und alle wurden in die Landschaften von Judäa und Samaria zerstreut, ausgenommen die Apostel.

Nun wird von Saulus berichtet, dem Schlächter von Christen; sowohl Männern, wie Frauen und Kindern. Er war involviert und vor ihm fand diese abscheuliche Tat statt. Saulus gab sein Wort dazu: " Ja, tötet ihn!"

Dann passiert etwas, was Saulus einen Stich versetzen sollte und den Weg freimachte, um aus ihm einen Paulus zu machen.Mit seinen Taten hatte er wie mit einer Faust in einen Stachel geschlagen.

Wie konnte Stephanus sagen "Herr, rechne ihnen diese Sünde nicht zu!" Worin liegt unser Recht, zu vergeben? Es liegt im Wort.

Wenn ihr jemandem die Sünden vergebt, dem sind sie vergeben, wenn ihr sie jemandem behaltet, sind sie behalten
(Joh 20,23)

Es ist mehr als ein Recht, es ist eine Verpflichtung vor IHM, selbst unsere Feinde zu lieben und diesen zu vergeben.

Du hast also kein Recht, dies nicht zu tun und selbst wenn die Gefühle hochkochen und nicht so leicht vergessen werden kann, was dein Feind dir angetan hat - hast du die Anweisung, zu vergeben.

Bin ich denn abhängig von der Vergebung eines Anderen?

Wenn ich selber Gott um Vergebung bitte - Nein! Dann stehe ich reingewaschen durch das Blut Jesu vor Gott. Ich darf doch keinen Nachteil dadurch haben, dass mir jemand nicht vergibt.

Aber Saulus hat dies nicht getan! Er dachte nicht einmal über Vergebung nach - er glaubte, ein heiliges Werk zu tun, indem er die Christen verfolgte und verstand nicht, dass er gegen Gott selbst kämpfte.

Was löste die Vergebung bei Gott aus für die Person Saulus, der er vergab? Was wäre Saulus, ohne die Vergebung von Stephanus?

Saulus war nicht errettet und unter der Herrschaft des Teufels - aber durch die Vergebung des Stephanus war ihm seine Schuld bei dieser Angelegenheit vor Gott bereits vergeben. Hier war die reine, unverfälschte Liebe Gottes auf ein hartes Herz getroffen (wie ein Stachel) und hatte einen langsamen Zerbruch vorbereitet.

War dies sofort sichtbar? Nein, Stephanus starb, aber seine Vergebung und Liebe machte den Weg frei für Gott, Saulus vom Pferd/Esel zu werfen und aus ihm den Apostel Paulus zu machen.

Das Vertrauen, die Vergebung und die Gebete der Gemeinde gaben Gott die Möglichkeit zu handeln und zu dieser Transformation.

Verstehst du, wer Saulus war - er war der Feind No. 1 der Christen. Wir haben die Fähigkeit, Gottes Liebe auf solche zu entlassen und können lieben - weil ER uns so sehr geliebt hat.

10 was ich auch in Jerusalem getan habe; und auch viele der Heiligen habe ich in Gefängnisse eingeschlossen, nachdem ich von den Hohenpriestern die Vollmacht empfangen hatte; und wenn sie umgebracht wurden, so gab ich meine Stimme dazu.
11 Und in allen Synagogen zwang ich sie oftmals durch Strafen, zu lästern; und indem ich über die Maßen gegen sie wütete, verfolgte ich sie sogar bis in die ausländischen Städte.
12 Und als ich dabei mit Vollmacht und Erlaubnis von den Hohenpriestern nach Damaskus reiste,
13 sah ich mitten am Tag auf dem Weg, o König, vom Himmel her ein Licht, das den Glanz der Sonne übertraf, welches mich und die, die mit mir reisten, umstrahlte.
14 Als wir aber alle zur Erde niedergefallen waren, hörte ich eine Stimme in hebräischer Mundart zu mir sagen: Saul, Saul, was verfolgst du mich? Es ist hart für dich, gegen den Stachel auszuschlagen.
15 Ich aber sprach: Wer bist du, Herr? Der Herr aber sprach: Ich bin Jesus, den du verfolgst.

(Apg 26,10-15)

Ist dies nicht wunderbar, dass, wenn wir für Jesus stehen und IHN groß machen, auch unser geliebter Jesus für uns steht und sich um Feinde kümmert.

19. Und ich sprach: Herr, sie selbst wissen, daß ich die an dich Glaubenden ins Gefängnis werfen und hin und her in den Synagogen schlagen ließ;
20. und als das Blut deines Zeugen Stephanus vergossen wurde, stand auch ich dabei und willigte mit ein und bewachte die Kleider derer, die ihn umbrachten.

(Apg 22,19-20)

Es geht hier nicht nur um Vergebung - ich will, dass wir gemeinsam mit einem aktiven und aggressiven Glauben leben und Menschen Raum geben, um von Gott verändert zu werden.

Dies steht in meiner Macht - ich habe keine Ehre zu bekommen, aber ER hat mir gegeben und ich darf austeilen. Es ist wieder der Inbegriff eines Dieners, der zum reich gedeckten Tisch seines Herrn geht und von dort Köstlichkeiten nimmt - für die Hungernden und Schwachen.

Für einen Freund zu glauben fällt uns leicht, aber was ist mit Glauben für einen Feind oder für einen lauen Christen?

Was wäre, wenn ein Christ, der untreu ist, fleischlich lebt, nur sehr selten in die Gemeinde kommt…, dich anruft in Zeiten der Not (z. B. Krankheit) und dich bittet, zu kommen und zu beten.

"Jetzt, wo es ihm dreckig geht - will er was!"

"Ich weiß nicht, ob Gott so jemanden segnen will."

Nein, nein und nochmals nein - du weißt nicht, ob du so jemanden segnen willst und verpasst hier eine Gelegenheit für Gottes Liebe und Gnade - ER will segnen und hat Sein kostbares Blut vergossen - auch für den Untreuen.

Haben Geschwister Schwierigkeiten, zieh dich nicht zurück - sind sie schwach, bete, vergib und liebe sie mit der Liebe Jesu.

Was bist du bereit, für einen Feind zu tun? Überprüfe dich selbst - oft können wir nicht mal vergeben, geschweige denn Gottes Kraft durch Glauben für ihn freisetzen. Dies geschieht nicht heimlich im Kämmerlein, sondern aggressiv im täglichen Leben.

Die Kraft dieses Geist-Lebens ist gar nicht abzusehen - was ist, wenn dein Verhalten, deine Vergebung - die Liebe Gottes, die du einem Menschen entgegen gebracht hast, in deinem Land einen "Paulus" hervorbringt?

Auch wenn man lange nichts sieht oder zunächst keine sofortigen Unterschiede erkennt - kann doch ein Paulus entstehen! Wie oft sprechen wir entmutigende Worte statt zu ermutigen und sind teilnahmslos statt aktiv Jesus zu leben - da können wir nur zu IHM gehen und uns vergeben lassen und uns rein waschen lassen von seinem Blut.

Der Grund, warum uns diese Gedanken so fremd sind, liegt darin, dass der Teufel alles bekämpft was Gott groß macht und ein Leben in seiner Kraft ermöglicht.

Kraft ist in Vergebung!

Vergebung I
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